Lieder vertreiben Sorgen

Marianne Lohaus und Leta Henderson nehmen ihr Publikum mit

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Das Neujahrskonzert des FDP-Ortsverbands Samtgemeinde Barnstorf stieß auf Resonanz. Etwa 90 Besucher waren ins Rathaus gekommen, um sich von Leta Henderson (l.) und Marianne Lohaus unterhalten zu lassen.

Barnstorf - Von Eva-Maria Konkel. Es ist inzwischen schon eine lieb gewordene Tradition, die der FDP-Ortsverband Samtgemeinde Barnstorf alle zwei Jahre wiederholt. Diesmal hatten die Liberalen die beiden Künstlerinnen Marianne Lohaus und Leta Henderson zum Neujahrskonzert eingeladen.

Und wie schon bei den früheren Veranstaltungen hatten die Organisatoren nicht zu viel versprochen. Mit viel Esprit und Charme wusste das eingespielte Duo das Publikum im großen Saal des Barnstorfer Rathauses zu überzeugen.

In seiner Begrüßung stellte der Ortsverbandsvorsitzende Reinhard Börger fest, dass in den Mauern des Rathauses durchaus nicht nur harmonische Töne erklingen würden und schaffte damit einen Bezug zur kleinen Politik. 

Anschließend warf er einen kritischen Blick auf die große Weltpolitik mit seinen vielen Krisenherden. Auch davon sollte das Konzert etwas ablenken. Die Hoffnung auf ein paar schöne Stunden mit wohlklingenden Tönen nahm dann auch der FDP-Bundestagsabgeordnete Dr. Gero Hocker gerne auf. Er wünschte den etwa 90 Zuhörern einen angenehmen Nachmittag, bei dem man Sorgen für eine kleine Zeit hinter sich lassen könne.

In der Tat: Mit ihrer sympathischen Moderation und dem gekonnten Spiel am E-Piano nahm Leta Henderson ihr Publikum gleich mit auf die Reise durch verschiedene Epochen und Musikstile, beginnend mit dem Welthit „Thank you for the Music“ von Abba. 

Zusammen mit Sängerin Marianne Lohaus flitzte die Pianistin dann von Schweden nach Wien. „Wir bringen Ihnen aus der Walzerstadt natürlich einen Walzer mit“, erklärte die Künstlerin lachend. Von Lohaus mit warmem Mezzosopran gefühlvoll gesungen, erklangen aus dem Film „Der Walzerkrieg“ das Lied „An der Donau“ und anschließend aus dem Film „Der Kongress tanzt“, schon mit ersten mutigen Sängern aus dem Publikum, „Das gibt’s nur einmal, das kommt nie wieder“.

„Welche Wünsche haben Sie für das neue Jahr?“, fragte Henderson, um gleich darauf die Antwort zu geben: „Immer das Beste geben, soviel man selber kann, sich selbst bestätigen, dass man mit sich selbst im Reinen ist. Was kann besser sein?“ Und dazu hatten die Künstlerinnen mit „One Moment in Time“ den passenden Song mitgebracht. 

Das anschließende „Hallelujah“ von Leonard Cohen passte perfekt. Und es folgten noch etliche bekannte Melodien, mal nur mit Piano, mal mit Gesang. Immer wieder einmal von nachdenklichen Texten unterbrochen, hatte das Duo ein gut aufeinander abgestimmtes Programm im Gepäck. Mit der Mischung aus Klassik und Filmmusik hatten die Beiden schon im ersten Teil ihres Konzertes ein gutes Händchen bewiesen, um sich dann im zweiten Teil noch zu steigern.

In der Pause betonte der ehemalige Vizepräsident des niedersächsischen Landtags, Hans-Werner Schwarz, die Wichtigkeit solch kultureller Veranstaltungen. „Die Verbindung von Politik und Kultur ist erfolgsorientiert“, sagte der Diepholzer. Dem konnte neben dem Bundestagsabgeordneten Dr. Gero Hocker auch der ebenfalls anwesende Landtagsabgeordnete Dr. Marco Genthe nur zustimmen. „Es ist ein beeindruckendes Ereignis, dass es in einer doch so relativ kleinen Gemeinde gelingt, eine solche Veranstaltung auf die Beine zu stellen. Nur durch ein harmonisches Miteinander können die Probleme gemeinsam überwunden werden, und Kunst ist ein gutes Medium.“

Als hätten die Künstlerinnen die Worte gehört, trugen sie im zweiten Teil Lieder über die Liebe und das Leben mit Sonnen- und Schattenseiten vor. Gefühlvoll interpretiert wurden „The Rose“ aus dem gleichnamigen Film, der das kurze Leben von Janis Joplin beschreibt, und aus dem Musical „Elisabeth“ der eindringliche Song „Ich gehöre nur mir“.

Mit den starken Texten und der wunderbaren Musik von Udo Jürgens und dem „Chor aus dem Rathaussaal“ bekam der Song „Immer wieder geht die Sonne auf“ eine besondere Bedeutung. Mit der Zugabe „Hautnah“ wollten Lohaus und Henderson noch eine Empfehlung abgeben, wie die Menschen vielleicht durch das neue Jahr gehen sollten: Jede Stunde erleben, sich Gefühlen ergeben, ohne Abstand zum Leben.

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